Nachlese Energietage 2018: Neue Planungsansätze braucht das Land!

On Mai 24, 2018

Nachlese Energietage 2018: Neue Planungsansätze braucht das Land!

DIHK und inno2grid beleuchten die betriebliche Mobilität in Zeiten von Energiewende und Fahrverboten

Die von DIHK und inno2grid gemeinsam ausgerichtete Nachmittagsveranstaltung stand unter dem Leitgedanken: Mehr (und saubere) Mobilität ist auch ohne Verkehrswachstum möglich. Je mehr Menschen ins Umland ziehen –  und weiterhin in Berlin arbeiten – desto größer wird der Druck auf das Verkehrssystem. Berlin und Brandenburg stehen bei der Bewältigung von entstehenden Pendlerverkehren vor neuen Herausforderungen.

Hierfür stellte Frank Christian Hinrichs, Geschäftsführer der inno2grid GmbH, eindrücklich dar, dass sich Verkehre nur ändern, wenn sie aktiv gestaltet und intelligent in Planungsprozesse eingebettet werden. Planung schafft die Voraussetzungen für die Zukunft. Daher empfiehlt es sich, sich nicht an gestrigen Planungsinstrumenten, sondern an den infrastrukturellen und nutzerseitigen Anforderungen von morgen zu orientieren (Digitalisierung, Elektromobilität, Ausbau und Stärkung ÖPNV, Sharingangebote zur Vernetzung der betrieblichen und der privaten Mobilität der Mitarbeiter).

Dr. Robert Winterhager, Group Director Cities im Buro Happold, sprach sich ebenso für integrierte Infrastruktur und Betreibermodelle aus, die es bei Entwicklungen von Gewerbe- und Wohnarealen von Anfang an zu planen gilt. Intelligente Infrastrukturen in Stadt und Quartier setzen sich nur durch, wenn ein Nutzermehrwert UND ein Betreibermehrwert bestehen. Sektorenkopplung beschränkt sich nicht auf Areale. Dezentralisierungstendenzen bei der Energie- und Mobilitätsversorgung bilden die Grundlage für die vernetzte und smarte Stadt.

Michael Minis, Geschäftsführer von fleetbutler, betonte außerdem die steigende Notwendigkeit von Sharing-Angeboten in Ballungsräumen. Firmen und Gewerbegebiete steigern über standortspezifische Mobilitätsangebote die Auslastung ihrer Fahrzeuge. Der digitalisierte Zugang und die Abrechnungsmöglichkeiten zur Unterscheidung von privater und betrieblicher Mobilität sorgen dafür, dass Fahrzeuge nach Wunsch flexibel zugänglich gemacht werden können.

„Integrierte Stadt- und Regionalplanung, verbunden mit Quartiersdiensten“ – Frank Christian Hinrichs stellt in der anschließenden Diskussion noch einmal Sektorenkopplung und die digitale Wertschöpfungskette als Treiber der Smart Districts bzw. der Smart City heraus. Diese entstünden aber nicht von selbst, sondern ließen sich dann wirtschaftlich darstellen, wenn Stadt- und Gewerbequartiere als Entwicklungszellen für neue Versorgungsangebote wahrgenommen und infrastrukturell ausgelegt würden.

 

Beiträge in unserer Vortragssession:

  • „Suche Wohnraum, nehme Pendelverkehr“
    Frank Christian Hinrichs (Geschäftsführer inno2grid GmbH)
  • „Smarte Infrastruktur für Wohn- und Gewerbestandorte“
    Robert Winterhager (Director Cities, Buro Happold)
  • „Sharing-Infrastruktur as-a-service“
    Michael Minis (Geschäftsführer fleetbutler)
  • „Sektorkopplung an Gewerbe- und Wohnstandorten“
    Frank Christian Hinrichs (Geschäftsführer inno2grid GmbH)
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